Loading Likes...

Eine Installation reist um die Welt

Erschienen am 23.07.2019 Echo-online

Die in Stockstadt lebende Künstlerin Bärbel Fox stellt ihre Rauminstallation „Flucht“ in Form eines virtuellen Rundgangs in Zürich aus.

Von Charlotte Martin
(Eigenes Foto: Barth)
STOCKSTADT – Es war ein großer Tag für Bärbel Fox: Die Künstlerin hat ihre über zwei Meter hohe, 30 Quadratmeter umfassende „Installation in zwei Räumen“ mit dem Titel „Flucht“ in aufwendiger Arbeit in der verglasten Halle eines Stockstädter Unternehmens aufgebaut. Anlass dafür war der Besuch der Züricher Künstlerin und Galeristin Patricia Zenklusen.
Sie nämlich war angereist, um das Kunstwerk, das zuvor in Einzelteile zerlegt einen Dornröschenschlaf im Atelier von Bärbel Fox fristete, vor Ort zu begehen, es zu scannen und in Form eines virtuellen Rundgangs mit nach Zürich zu nehmen: In ihrer Galerie („Art-Box-Gallery“) gehört das Werk von Bärbel Fox zur Ausstellung „Swissartexpo“, bei der Arbeiten von zehn internationalen Finalisten des Wettbewerbs „Art-Box-Project“ vom 15. bis 19. August zu sehen sind. Das Werk „Flucht“ ist das einzig räumliche und virtuell präsentierte Werk. „Es als Ganzes nach Zürich zu transportieren war schlicht unmöglich“, so Bärbel Fox. Mehr als hundert Bewerbungen seien für die renommierte Ausstellung in der Schweiz eingegangen, sagt Bärbel Fox. „Es ist unglaublich, dass meine Installation zu den ausgewählten Werken gehört. Klar, werde ich selbst zur Vernissage nach Zürich fahren“, freut sich die Künstlerin.
Galeristin Patricia Zenklusen sagt: „Für mich ist die Arbeit von Bärbel Fox besonders, denn sie geht das Thema Flucht von einer anderen Seite an, holt es persönlich nah heran, indem sie fragt: Was müsste für dich passieren, dass du fliehst? Vor allem auch die Guckkästen, die Einblick in kleine, persönliche Welten geben, werden das Publikum sicher faszinieren.
ZEHN KÜNSTLER

Die Werke der zehn in Zürich ausstellenden Künstler, zu denen Bärbel Fox mit der Installation „Flucht“ gehört, sind auf www.artboxprojects.com/ Zürich zu sehen. (lot)

Die Werke der zehn in Zürich ausstellenden Künstler, zu denen Bärbel Fox mit der Installation „Flucht“ gehört, sind auf www.artboxprojects.com/ Zürich zu sehen. (lot)
Dass wir die Installation als virtuellen Rundgang zeigen können, ist großartig. Wir haben lange nach Wegen gesucht, solch große Installationen in Ausstellungen zu integrieren. Mit dem Werk „Flucht“ gelingt das sehr gut.“
Ein Rückblick: September 2018 konfrontierte die Installation, ein Zweiraum-Haus ohne Dach noch Türen, die Besucher im Groß-Gerauer Stadtmuseum hautnah mit dem Thema „Flucht“. Bärbel Fox: „Ich freute mich sehr, dass Museumsleiter Jürgen Volkmann meiner ersten künstlerischen Arbeit dieses großen Formats Platz einräumte.“ Zentrale Fragen, die Bärbel Fox stellt, lauten: Was wäre, wenn du Flüchtling wärst? Worin unterscheidest du dich von anderen? Sind wir nicht alle Menschen?
Der Gang durch die Installation, die von kriegerischen Brandspuren, Kratern, Lücken und Rissen gezeichnet ist, beeindruckte viele. „Wo sind all die Menschen geblieben? Wo ihre Geschichten und Erinnerungen?“, fragte etwa sichtbar betroffen eine junge Betrachterin des Werks.
Doch nicht genug damit: Bereits zuvor, März 2018, war die Installation „Flucht“ („Escape“) als Videoschleife Teil einer Ausstellung Junger Kunst in der renommierten New Yorker Galerie „Stricoff“ in Chelsea. Dort wurde internationales Interesse geweckt, Bärbel Fox kam ins Gespräch mit den Organisatoren des Talentwettbewerbs „Art-Box-Project“ und erhielt von Patricia Zenklusen den Hinweis, dass verstärkt Digitalisierung von räumlichen Kunstwerken geplant sei, um großformatige Werke vielerorts zu zeigen. Dann wurde der Wettbewerb für Zürich ausgeschrieben – Bärbel Fox bewarb sich. Mit Erfolg: New York, Groß-Gerau, Zürich – ihre Installation „Flucht“ reist um die Welt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.